104 Jahre Neues Maxim: Neueröffnung des Neuhauser Kinoklassikers

A day without a smile is a day wasted

(Charlie Chaplin)

Neueröffnung des Neuen Maxim - rote Lettern über dem Eingang
Später weniger leer, sondern eher überfüllt: Die Neueröffnung des Neuhauser Traditionskinos

„Kino Neueröffnung am 06. Oktober“ steht in roten Lettern über dem Eingang: Im drittältesten Kino in München, dem Neuen Maxim, flimmern ab sofort wieder Filme über die große Leinwand. Am  08. Oktober 2016 feierte das neue Neuhauser Arthouse-Kino eine große Party zu der zahlreiche Cineasten erschienen sind. Im großen, frisch renovierten Kinosaal wurde der Kurzfilm „Great“ von Regisseur Andreas Henn gezeigt, der anschließend mit Kameramann und Produzent Alexander von Wasielewski über die Dreharbeiten sprach. Der Film beantwortete die Frage, ob die Nazis jemals Charlie Chaplins „The Great Diktator“ gesehen haben. Die Antwort lautet, ja haben sie, und zwar in einem kleinen Programmkino in Belgrad. Der Kurzfilm basiert auf einer wahren Geschichte und die Kinoszene wurde im Neuen Maxim gedreht. Regisseur und Produzent erzählten im anschließenden Q&A lustige Anekdoten zu den Dreharbeiten, u.a. wie sich siebzig Statisten in der „Inneren Mission“ auf der gegenüberliegenden Straßenseite NS-Uniformen überstreiften und dann für ein kleines Verkehrschaos sorgten, als sie gemeinsam über die Straße gingen.

Vier Münchner Filmfans retten das Neuhauser Kino

Vier Münchner Filmfans haben das 104 Jahre alte Kino gerettet und ihm einen neuen, zeitgemäßen Anstrich und digitale Kinotechnik verpasst. Arthouse-Filme und Mainstream kompatible Filme sollen künftig auf dem Programm stehen. Im Erdgeschoss wurde der Kinosaal mit achtzig Plätzen mit wunderschönen lindgrün-bordeaux-farbenen Vintage-Kinosesseln renoviert, im Keller gibt es einen neuen, zweiten Kinosaal mit dreißig Plätzen (und lustigerweise wild durcheinander gewürfelten Sitzreihen, Reihe 3 ist relativ weit hinten eingebaut, während man in Reihe 12 ziemlich nah an der Leinwand sitzt, zu spät kommen und im Dunkeln den Sitzplatz suchen, ist deshalb nicht zu empfehlen). Vorne liegen auf dem rot-orange karierten Teppich große Fatboy®-Sitzsäcke, für alle, die Filmereignisse aus einer neuen Perspektive betrachten möchten. Im gemütlichen Foyer gibt es eine Stehbar und Tische, die zur Diskussion nach dem Filmvergnügen einladen. Die alte, wunderschöne ornamentale Bemalung wurde am oberen Rand der Decke belassen, der Rest der Wand petrolfarben gestrichen, edle kupferfarbene Lampen unterstreichen das Interior Design und es entstand eine angenehme Mischung aus edel und Indie-Look.

Crowdfunding-Kampagne und Unterstützung für die Kinobetreiber

Bis Ende Oktober könnt ihr das Neue Maxim im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne unterstützen und Poster, Gutscheine für Kinoeintritt+Popcorn+Bier erwerben oder u.a. eine Sesselpatenschaft übernehmen. Für 500 Euro gibt es ein Filmfrühstück für Freunde im kleinen Saal. Am meisten freuen sich die jungen, ambitionierten Kinobetreiber, wenn ihr möglichst oft Filme im Neuen Maxim anseht. Denn nur, wenn ihr zahlreich erscheint, heißt es dort noch lange: Film ab!

 

2 Replies to “104 Jahre Neues Maxim: Neueröffnung des Neuhauser Kinoklassikers”

  1. Interessanter Artikel. Macht Lust, demnächst mal einen Film im neuen Maxim anzusehen.

    1. Wir können ja mal mit dem „Munich Originals“ Fanclub hingehen;) Ich organisiere das sehr gerne.

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